theopenunderground udog ulinuz nurse war kapital sekten
theopenunderground.net   toug.de   toetet-die-gruenen.de
attac.toug.de   dada.toug.de   anarcho.toug.de   chiapas.toug.de

 

 

----- Original Message -----
From: akloninger@web.de
To: attac-nahost@listen.attac.de
Sent: Sunday, February 13, 2005 12:49 AM
Subject: FW: Offener Brief an ATTAC


Wiltrud Roesch-Metzler <100776.1060@compuserve.com> wrote:
Date: Tue, 8 Feb 2005 12:19:59 -0500
From: Wiltrud Roesch-Metzler <100776.1060@compuserve.com>
Subject: Offener Brief an ATTAC
To: phil butland ,
ATTAC AntiKrieg AG ,
ATTAC Mod Stuttgart ,
ATTAC Unmod Stuttgart

mit der Bitte um Verbreitung
Wiltrud Rösch-Metzler
Pax Christi Nahostkommission


-------------Weitergeleitete Nachricht-----------------

Von: INTERNET:Nahostfriede@gmx.at, INTERNET:Nahostfriede@gmx.at
An: "Archiv", INTERNET:nimna-archiv@web.de

Datum: 08.02.2005 16:42

BE: Offener Brief an ATTAC


Die nachfolgende Einladung zur Diskussion haben wir am 20.Oktober 2004 an
den Vorstand von ATTAC geschickt. Da der ATTAC Vorstand nach anfänglich
brieflicher Zusage auf mehrfache nachfolgende Kontaktvorschläge unsererseits
leider nicht mehr reagiert hat, wählen wir nun die Form des offenen Briefes,
um die Diskussion um dieses uns so wichtig erscheinende Thema
weiterzuführen.
--------------------
"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" (Österreich)

An den Vorstand von ATTAC Österreich:
Peter Adelmann, Nonno Breuss, Evamaria Glatz, Karin Küblböck, Leonhard
Plank, Judith Sauer, Cornelia Staritz, Alexandra Strickner, Sepp
Wall-Strasser

Wien, 20.10.2004
EINLADUNG

ATTAC Österreich hat am 18.6. u. 19.6. 2004 in Wien einen Kongress unter
dem Titel "Blinde Flecken der Globalisierungskritik" - "Gegen antisemitische
Tendenzen u. rechtsextreme Vereinnahmung" veranstaltet u. plant zu dem Thema
noch weitere Aktivitäten. Auch das Austrian Social Forum (mit
sozialdemokratischen, grünen und katholischen Organisationen) hat zum
gleichen Thema Veranstaltungen organisiert.
Das Ziel, so hieß es im Vorspann zum Kongress war, "Vereinnahmungsversuchen
der Globalisierungskritik durch rechtsextreme Gruppen vorzubeugen und sich
gerade in Österreich offensiv mit den Gefahren auseinanderzusetzen." Es hieß
weiters, es geht darum, sich mit den "eigenen antisemitischen Wurzeln
selbstreflexiv zu beschäftigen."
Kein Globalisierungsgegner möchte hierzulande in den Verdacht geraten,
antisemitischen Vorurteilen aufzusitzen. Angesichts Auschwitz und der
aktiven Beteiligung oder Duldung des Holocaust durch die Vätergeneration
ist das eine derart sensible Thematik für die nachfolgenden Generationen,
das dies doch bei manchen zu Verunsicherung und u.U. auch Sorge und Angst
führt, wieder in das Fahrwasser der Elterngeneration zu geraten. Hier wird
die Solidarität der Menschen mit den Opfern des Holocausts angesprochen.
Wenn das Thema jedoch nicht im gesamten politisch-historischen Kontext
gesehen wird, besteht die Gefahr, dass der Antisemitismusvorwurf gerade
von Gegnern der Bewegung dazu verwendet wird, klare Stellungnahmen zu
verhindern, Kritik zum Schweigen zu bringen bzw. außer Kraft zu setzen. Das
könnte gerade in einer Zeit, in der die Antiglobalisierungsbewegung und
Attac als ein wichtiger Teil von ihr, deutlich ihre Stimme gegen die Folgen
der Globalisierung und gegen das Primat der Wirtschaft über die Politik
erheben, zu einer Ablenkung bzw. Schwächung der Bewegung führen. Das wollen
wir sicher alle nicht.
Wir sind der Auffassung, dass uns nichts den Blick für das Unrecht
verstellen darf, das die israelische Politik seit Jahrzehnten im Angesicht
der Öffentlichkeit an dem palästinensischen Volk verübt und diese P o l i
t i k wird von immer mehr Menschen auch in Europa abgelehnt.
Prof. Marc Ellis, ein amerikanisch-jüdischer Befreiungstheologe schrieb:
"Juden müssen das Faktum anerkennen, dass durch israelische Staatsgründung
die Palästinenser vertrieben wurden". "Die Tragödien der Shoa und des
palästinensischen Exils sind verschieden nach Ort und Ausmaß. Was sie aber
verbindet, ist ein Zyklus der Vertreibung." Ebenso sind wir der
Überzeugung, dass es nicht möglich ist, heute über die Gefahren des
Antisemitismus zu reden und von der 37-jährigen Besatzungs-, Siedlungs- und
Annexionspolitik Israels gegenüber dem palästinensischen Volk zu
abstrahieren. Das hieße diese Fragen aus dem historischen Kontext zu lösen.
Auch die Verbindung zwischen den israelischen Machthabern und den USA, die
Israel seit 1973 ca. 3 Milliarden US-Dollar jährlich allein an direkter
Unterstützung bezahlt haben, kann nicht ignoriert werden. Allein 2003
erhielt Israel mindestens für 2 Milliarden US-Dollar offizielle direkte
militärische Hilfe. Ohne die US-Finanzhilfe könnte Israel seine
Besatzungspolitik nicht aufrechterhalten. Die Kooperation zwischen dem
US-amerikanischen und dem israelischen Militärindustriekomplex boomt seit
1967. Mit 2 Milliarden Dollar unterstützt die USA z.B. derzeit die
Entwicklung des israelischen Raketenabwehrsystems Arrow. Und laut der
israelischen Zeitung Haaretz vom 21.9.2004 verkaufen die USA Israel
gerade 5000 Präzisionsbomben. "Das US-Verteidigungsministerium habe dem
Vertrag zugestimmt, damit Israel den militärischen Qualitätsvorsprung vor
seinen Nachbarländern aufrechterhalten und die strategischen und taktischen
Interessen der USA bedienen könne." Israel werde sich dabei aus dem Topf
von 1,8 Milliarden Dollar bedienen, den die USA dem Land jährlich
bereitstellt. (Die Bomben können, und das ist kein Geheimnis, bei einem
möglichen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen verwendet werden.) Die
Politik der israelischen Regierung ist im übrigen auch nicht im sozialen und
ökonomischen Interesse der Mehrheit der israelisch-jüdischen Bevölkerung. Im
Schatten des Krieges und der Besatzung wird bei den Menschen gespart. Heute
leben z.B. schon 450 000 Familien in Israel unter dem Existenzminimum,
Beamte bekommen z.T. Monate keinen Lohn. Und allein 70 Millionen Dollar
schuldet der Staat seinen Rabbinern an Löhnen etc.
Es gab und gibt Antisemitismus und doch dient der Antisemitismusvorwurf
oft als Ablenkung!
Prof. W. Marx von der Uni Bern z.B. meinte bei einem Vortrag der CJA
Bern.(Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft Bern) dazu. (Mai 2004):
"Es gibt Antisemitismus in Europa aber er ist lange nicht so bedeutend wie
oft dargestellt. Es sei ein Teil einer Abwehrstrategie, Kritik an der
Sicherheitspolitik Israels sofort als antisemitisch zu bezeichnen. Marx
bestritt in keiner Weise das legitime Recht des Staates Israels auf eine
wirksame Sicherheitspolitik doch die Verbindung mit dem Antisemitismus sei
das Problem. Marx zeigte, dass die fassbare Zahl der antisemitischen
Übergriffe in Europa verhältnismäßig klein sein, aber durch gezielte
Darstellung der Statistiken könne man den Eindruck einer grossen Gefahr
erzielen. So warnte Marx z.B. davor, von jährlich etwa 200 antisemitischen
Vorfällen in Frankreich darauf zu schliessen, dass alle 56 Millionen
Franzosen antisemitisch seien. Der Antisemitismusvorwurf diene oft als
Ablenkung vor dem zentralen Punkt, der Militärpolitik des Staates Israel."

Der israelische Historiker R. Moskowitz: "Das Wesen der israelischen
Politik seit der Staatsgründung ist eine Fusion zwischen Holocaust und
aggressivem, expansionistischen Militarismus" und die in einem Kibbuz
geborene u. zionistisch-sozialistisch erzogene Autorin I. Zertal aus ihrem
neuen Buch: "Mit Hilfe von Auschwitz - Israels ultimativer Trumpfkarte bei
seinen Beziehungen zu einer Welt, die immer wieder aufs neue als
antisemitisch und auf ewig feindselig definiert wurde, immunisiert sich
Israel selbst gegen jedwede Kritik."
Auf dem Kongress wurde nicht nur von der Gefahr des Antisemitismus sondern

auch vor dem "Antiamerikanismus" gewarnt. Doch sehen wir uns z.B. nur die
"neuen nationale Sicherheitsdoktrin" der einzigen Supermacht USA an (20.9.
2002): Danach setzen sich die USA offen über jedes Völkerrecht und die
UNO- Charta, die jeden Angriffskrieg verbieten., hinweg und geben sich das
Recht, zum präventivem Erstschlag und zwar gegen wen immer sie als
"Terroristen oder Schurkenstaaten" bezeichnen, sei es gegen den Irak (das
ist ja erledigt), sei es gegen den Iran, Nordkorea und Syrien. Wir finden,
dass diese Ausrichtung der US-Politik eine Gefahr für den Weltfrieden
darstellt. Wenn in der angesehenen amerikanischen Monatszeitschrift Atlantic
Monthly (2002) u.a. über die Pläne zur "Zivilisierung des Mittleren Ostens"
steht: "Zuerst müssen wir den Irak zu unserer militärischen Ausgangsbasis
für die Neuordnung der arabischen Welt machen." Nach der Besetzung des Iraks
(mittlerweile erfolgt ), sollen u.a. die arabischen Ölstaaten unter den
"Schutz" der USA gestellt werden." "Auf diese Weise landet die größte
Energiequelle der Welt endlich im Hafen jener Macht, die 40% der gesamten
Erdölproduktion verbraucht, den USA". "Eine Investition, die sich lohnt,"
schreibt der Autor. Der frühere CIA-Chef J. Woolsey sagte zum Irak Krieg
offen: Dieser Krieg sei nötig, "damit die neue irakische Regierung mit den
US - Ölgesellschaften und der US- Regierung zusammenarbeite". Angesichts all
dieser Fakten ist es kein Antiamerikanismus, sondern gesunder
Menschenverstand, wenn immer mehr Menschen auch in Europa diese Politik der
US-Regierung als Bedrohung für den Frieden erachten und ablehnen.
Und die israelische Regierung war und ist der treueste Verbündete dieser
Macht.

Wir schlagen euch ein Treffen vor, um über alle uns gemeinsam wichtigen
Fragen zu diskutieren, um unser Selbstverständnis weiter zu entwickeln und

Wege zu finden, zur Lösung all dieser Probleme beizutragen.
Zu diesem Zweck laden wir euch, Vorstandsmitglieder von ATTAC sowie
interessierte
Aktivistinnen und Aktivisten zu einem Diskussionstreffen ein.

Eurer Antwort mit Interesse entgegensehend

"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (Österreich)"
--------------------



Ergänzende Bemerkungen vom 8.Februar 2005

Das Thema "Antisemitismusvorwurf" und "Antiamerikanismusvorwurf"
gegenüber Globalisierungskritikern bzw. Kriegsgegnern erscheint uns in der
heutigen Weltlage hochaktuell und betrifft viele Menschen bzw. Bewegungen in
ganz Europa. Es wird mehr und mehr zu einem propagandistischen Dauerbrenner,
der unserer Meinung nach zum Ziel hat, den Widerstand gegen die aggressiven
US-Weltherrschaftspläne zu schwächen, zu bremsen, aufzuspalten. Diese
Vorwürfe dienen Israels Politik sowie den Interessen der US-Politik.
Wir haben im oben stehenden Einladungsbrief an ATTAC die "neue nationale
Sicherheitsdoktrin" der USA erwähnt, die die Weltherrschaftspläne der
einzigen Supermacht legitimieren soll.
Dazu noch einige Bemerkungen bzw. Fakten zur Untermauerung:
Nach dieser Doktrin, die Völkerecht und UNO-Charta in eklatanter Weise
verletzt, erkennt die USA die staatliche Unabhängigkeit anderer Staaten
nicht mehr an. Die US-Regierung definiert nach ihren Interessen, wer gut und
wer böse ist. Das kann wechseln wie sich im Irak zeigte. Die türkischen
Militärs erhalten ebenso Waffen und Milliardenkredite für ihren Einsatz
gegen die Kurden, wie Sharon, der in den Palästinensergebieten wütet. Und
Putin z.B., der in Tschetschenien die Zivilbevölkerung massakrierte, bekam
von Bush Schuldenerlass. Sie alle gehören zu den "Guten", zumindest derzeit,
ebenso wie Ägypten, Saudi-Arabien oder Pakistan, Länder, die selbst laut
Presse (22.01.2005) zu den größten Unterdrückern der Menschenrechte gehören.
Hingegen sind z.B. Burma, Iran, Weißrussland, Nordkorea laut Bush Vorposten
der Tyrannei, sie gehören zu den Bösen!
Der Irakkrieg hat 2003 6 Millionen Menschen weltweit gegen die USA auf
die Straße gebracht. In Europa waren über 80% aller Menschen gegen den US
Überfall. Wenige glauben noch den Behauptungen, dass die USA hier für
Freiheit und gegen Terror kämpfen.
Auch Radio Vatikan sagte, dass dieser Krieg nicht im Namen der westlichen
Werte und vor allem nicht im Namen Gottes geführt wird. Spätestens seit
damals ist die Außenpolitik der Regierung von G. Bush nicht mehr
glaubwürdig. Die Bush-Regierung hat die jährlichen Militärausgaben von ca.
310 Milliarden US-Dollar pro Jahr auf über 420 Milliarden US-Dollar pro Jahr
erhöht. Zu den Haupt-Nutznießern der Kriegspolitik gehören vor allem die
Konzerne des militärisch-industriellen Komplexes wie z.B der US-Konzern
Halliburton.
Im Jahre 2003 stiegen dessen Lieferverträge von 900 Millionen Dollar auf 3,9
Milliarden Dollar, ein Anstieg von 700%. Und das war nur der Anfang. Für den
Wiederaufbau des Iraks laufen weitere Verträge über 8 Milliarden Dollar.
Übrigens war der jetzige US-Vizepräsident Dick Cheney von 1995-2000
Präsident des Halliburton Konzerns!
Doch im Vergleich zu den "großen Drei" US-Militärlieferanten sind das
noch die kleineren Aufträge. Lockheed Martin (21 Milliarden Dollar), Boeing
(17Milliarden) und Northrop Grumann (16 Milliarden Dollar ) teilen sich im
Jahre 2003 Verträge in der Höhe von 50 Milliarden Dollar. Der
militärisch-industrielle Komplex bestimmt zu einem guten Teil die
US-Außenpolitik, seine Profite sind enorm.
Dazu Bruce K. Gagnon: "Das Militär der USA verwandelt sich zunehmend in
einen globalen Öl-Schutzdienst".(02.03.2005) Der Autor weiter:
"Kriegsminister Rumsfeld bringt seinen hochrangigen Militärs die neuen
Richtlinien der US- Kriegsführung bei. Diese hat T. Barnett in seinem neuen
Buch "The Pentagon's New Map" beschrieben. Das Militär müsse dahingehend
umgewandelt werden, dass die USA die globale Verteidigung der Ressourcen der
Menschen, der Energie und des Geldes "regulieren" können. Die USA brauchen
nur mehr zwei Grundstrukturen des Militärs: Erstens die schnellen
Eingreiftruppen und zweitens die Militärmacht, die in den Ländern bleibt,
der "proconsul" des Weltreichs wie das der Autor nennt, eine Polizeimacht
zur Kontrolle der lokalen Bevölkerung. Diese Gruppe "wird nie mehr nach
Hause zurückkehren." Das Wall Street Journal schreibt dazu als Beispiel:
"dass für die US-Streitkräfte eine Schlüsselaufgabe sein werde, dass
Nigerias Ölfelder, die in der Zukunft ca. 25% aller US-Ölimporte ausmachen
werden, sicher sind." Also wieder ein neues Aufmarschgebiet für die
US-Militärs.
Die herrschende US-Außenpolitik ist für Rohstoffquellen, Einflusssphären,
Absatzmärkte bereit, gegen jedes Land das ihren Interessen entgegensteht,
militärisch vorzugehen, Kriege überall auf der Welt zu entfesseln. Das ist
eine Bedrohung für den Frieden, ja bringt sogar die Gefahr eines Weltkrieges
mit sich. Das sprechen heute schon viele Menschen auch in Europa aus. Das zu
benennen, ist kein Antiamerikanismus, sondern notwendig um dieser Gefahr zu
begegnen.
Israels Machthaber sind die treuesten Verbündeten der USA in Nahost!
"Die amerikanische Führung wird derzeit aus gefährlichen Rechtsextremisten
gebildet, die Israel als offensives Werkzeug verwenden, um das gesamte
Gebiete des Mittleren Ostens zu destabilisieren." (Prof. Alain Joxe, Chef
des französischen Zentrums für Frieden und Strategische Studien, Le Monde
17.12.2001!)
Israel hat als Staat mit 5,5 Millionen Einwohnern ein Heer von 500.000
Soldaten, davon 175.000 ständig aktive. Israel ist nach westlichen Quellen
die viertstärkste Militärmacht der Welt. Mit einem Anteil von 10% der
gesamten weltweiten Waffenexporte ist Israel laut der renommierten
Zeitschrift "Janes Defense Weekly" heute der drittgrößte Waffenexporteur der
Welt! Nur 1/3 der israelischen Waffenproduktion dient dem Bedarf der eigenen
Streitkräfte, 2/3 gehen in den Export! 25% des gesamten israelischen Exports
sind Waffen und militärische Ausrüstungsgüter. Das größte israelische
Unternehmen ist Israel Aircraft Industries mit einem Umsatz von 2 Milliarden
Dollar jährlich.
I. Sharak, verstorbener Prof. an der Hebrew Universität Jerusalem: "Nicht
der Wunsch nach Frieden, wie so häufig angenommen, ist meines Erachtens
Prinzip der israelischen Politik sondern der Wunsch, die Herrschaft und den
Einfluss Israels auszudehnen..."
Israel hat ABC-Waffen, allein ca. 500 Kernwaffen, und ist damit auf dem
5.Platz der Atommächte, vor Großbritannien. Ben Kaspit, ein einflussreicher
konservativer israelischer Journalist der zweitgrößten Tageszeitung Maariv,
hat über das Thema Armee und Zivilgesellschaft recherchiert. Er schrieb:
"Israel ist kein Staat mit einer Armee sondern eine Armee mit einem ihr
angegliederten Staat." (13.09.2002)
Israels Außenpolitik im Nahen Osten geschieht direkt im Interesse und in
Abstimmung mit den US-Machthabern. Israelische Militärs haben schon lange
vor dem US-Krieg gegen den Irak die Kurden militärisch ausgebildet. "Israel
bekommt durch das Bündnis mit den Kurden Augen und Ohren im Iran, im Irak
und in Syrien." (Ein ehemaliger israelischer Geheimdienstvertreter). Israels
Kampfflugzeuge dürfen seit 1997 im türkischen Luftraum entlang der syrischen
und iranischen Grenze patroullieren und spionieren so den Iran für die USA
aus. Und kurz nachdem ein US-Journalist im Jänner die US-Kriegspläne gegen
den Iran enthüllt hatte und Präsident Bush diese nicht wirklich dementierte,
sagte US- Vizeminister Dick Cheney: "Der Iran stehe ganz oben auf der Liste
potentieller Krisenherde". Die USA wünsche zwar keinen Krieg, es sei aber
möglich, dass Israel wegen der "speziellen Politik" des Irans zu einem
Schlag gegen dessen Atomanlagen ausholen könne.
Das klingt nicht nur nach Ermunterung sondern nach Auftrag zum nächsten
Krieg. Israels Machthaber dienen als Kettenhunde der USA- Politik zur
Herrschaft über die wichtigsten Rohstoffquellen der Welt.
Die Politik der USA, für ihre Macht, für Erdöl und Erdgas, jedwedes ihr
unliebsames Regime wegzubomben, wird nicht nur in der Dritten Welt sondern
auch in Europa als Bedrohung gesehen. Dass die US-Regierung so nicht
"Menschenrechte" und "Demokratie" verbreitet, steht heute schon bald jede
Woche in Europas Zeitungen geschrieben. Die Bush-Regierung hat ein massives
Glaubwürdigkeitsproblem.
Auch Israels Herrschende haben seit letztem Jahr nach außen größeren
Rechtfertigungsdruck. Denn ihre Siedlungspolitik samt Mauerbau machte ihre
Annexionspläne so offensichtlich, dass Sharon auch aussprach, dass er 50%
des Westjordanlandes annektieren werde. Von Bush bekam er auch prompt den
Sanktus dazu (Sommer 2004). Die noch aggressivere Vertreibungspolitik
gegenüber den Palästinensern in den letzten Jahren hat dem Ansehen Israels
geschadet und es vor allem auch in Europa, dem größten Handelspartner
Israels, unglaubwürdiger erscheinen lassen. Ethnische Säuberung lassen sich
doch nicht verbergen und stoßen auf immer mehr Ablehnung.
Deswegen intensiviert die israelische Politik ihren Propagandafeldzug auch
in Europa und scheut dabei auch keine Mittel. Und eines der noch am ehesten
wirksamen Mittel Kritik, mundtot zu machen, ist der Antisemitismus Vorwurf
gegenüber den Kritikern von Israels Besatzungs- bzw. Annexionspolitik!
Bald wöchentlich erscheinen Artikel von Publizisten, Journalisten und finden
Veranstaltungen zu dem Thema statt. Auch die Bücher mehren sich, die vor dem
Antisemitismus von links warnen bzw. vor dem Antiamerikanismus. So wichtig
wir alle ernst gemeinten Warnungen vor antisemitischen Haltungen und das
Auftreten dagegen finden, so wichtig wir z.B. die Arbeit des
"Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes" in Bezug auf die
Nazivergangenheit Österreichs finden, was bewegt wohl seine neue Leiterin
davon zu sprechen, dass nun eine "neue größere Bedrohung des Antisemitismus
von den Globalisierungskritikern droht, von denen die vorgeben, Kritik an
der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern zu leisten"?
Wem nutzen solche Äußerungen wenn nicht den Rechten, den Antisemiten!
Sollten sich Rechte linker Terminologie bedienen, dann sollten wir sie mit
allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entlarven. Doch der beste Beitrag
gegen versteckten oder offenen Antisemitismus ist das klare, ehrliche
Benennen der Taten die die israelische Politik setzt. Das nimmt falschen
Kritikern den Wind aus den Segeln, d.h. es stopft den Antisemiten den Mund!
Die Kritik zu verhindern, Kritiker mundtot zu machen, das nützt den
Antisemiten!
Das Andenken und die Ehrung der 6 Millionen Juden, die im Holocaust umkamen,
darf niemals für die Rechtfertigung einer Gewaltpolitik, für Unterdrückung
und für neue Kriege missbraucht werden.
Dagegen müssen wir uns verwahren!


Wir hoffen weiterhin mit ATTAC und auch anderen Gruppen zu diesem Thema ins
Gespräch zu kommen. Wir laden weiterhin zu einer Diskussionsveranstaltung zu
diesem Thema ein!

Für die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost"
Peter Friedmann

 

 

                 
        theopenunderground udog ulinuz nurse war kapital sekten

       
attac[at]toug.de @readme   guestbook forum impressum/disclaimer [] 19.02.2006/2005
fuck the german attac - attac.toug.de toetet-die-gruenen.de