'allo attac-kritiker.

Hier einmal ein bißchen hierachie-geplänkel oder wie du es nennen willst,

unter attac'ianer.



13.05.2006 16:36

Liebe Berliner Europa-AG!

Wahrscheinlich habt Ihr alle Lonys über eine Vielzahl von Attac-Listen
verbreitete Mail gelesen, in der sie die Frage stellt, ob ich ab sofort
als DGB-Organisator zu verstehen und von allen ATTAC-Funktionen und
- -Aktivitäten als zurückgetreten zu betrachten sei.

Außerdem behauptet sie, in dieser Mail gäbe es seltsame Anzeichen von
Intoleranz und anti-demokratischen Verhaltensmustern, mit denen gerade
Attac-Aktivisten nicht einverstanden sein dürften.

Anschließend wird das sicher kritikwürdige Verhalten Einzelner zum
Anlass genommen, in polemischer Weise gegen Gewerkschaften zu agitieren,
was sich indirekt mit ver.di und der GEW auch gegen zwei unserer
Mitgliedsorganisationen richtet.

Soweit ich weiß, arbeitet Lony bei Euch nicht nur als einfaches
Mitglied, sondern auch als Eure Vertreterin in der Berliner-VG.

Als auch Euer Vertreter im bundesweiten Koordinierungskreis würde ich es
gut finden, wenn Ihr diese Mail zum Anlass nehmt, darüber zu sprechen,
in wie weit Ihr Euch mit den von ihr vertretenen Positionen
identifizieren könnt bzw. es sich um eine Einzelmeinung handelt und ob
Ihr sie damit weiterhin für geeignet haltet, Euch in anderen
Arbeitszusammenhängen zu repräsentieren.

Solltet Ihr die von Lony geäußerte Kritik an meiner Person und dem
Inhalt der Mail teilen, bin ich gerne bereit, in eine Eurer nächsten
Sitzungen zu kommen, um mit Euch darüber zu sprechen (zum Termin der
nächsten Sitzung habe ich allerdings leider schon einen seit langem
feststehenden Termin außerhalb Berlins).

Gruß,
Stephan

Lony Ackermann schrieb:
> Guten Tag Alle , guten Tag Stephan Lindner,
>
> in der voliegenden Aufforderung an DGB- Demonstrationen teilzunehmen gibt
> es seltsame Anzeichen von Intoleranz und anti-demokratischen
> Verhaltensmustern , mit denen gerade ATTAC- Aktivisten nicht einverstanden
> sein .dürften . Insbesondere dann nicht wenn sowieso Vorbehalte gegeben
> sein dürften wegen z. B. riesenhafter Einkommen der Funktionärsriege und
> beispielsweise der
> "Prostituierten - Einkaufs-Wirtschaft " des Herrn Hartz und
> Konsorten.....Vor ca . 20 Jahren noch wurde die Verfügbarkeit der weiblichen
> Wesen - sofern Gefallen vorlag - aus den eigenen Reihen erwartet...... usw.
> Stephan Lindner schreibt :
> " Nach meinen Infos vom DGB Berlin werden auch Nichtgewerkschaftsmitglieder
> mitgenommen ( HOPPLA - ist ja riesig )
> Allerdings legen die Gewerkschaften großen Wert darauf , dort als
> Gewerkschaften stark präsent zu sein und bitten deshalb darum, auf Flaggen
> anderer Organisationen etc. zu verzichten."
>
> D.h . also KEINE ATTAC- Fahnen , Friedensfahnen , Spruchbänder ATTAC - T -
> Shirts , etc. Die ATTAC - Aktivisten werden also aufgefordert als
> unerkennbares DEMO - " Material " zu wirken - ODER WAS ???
> Stephan Lindner ist ab sofort als DGB - Organisator zu verstehen und von
> allen ATTAC - Funktionen und - Aktivitäten
> als zurückgetreten zu betrachten? ODER WAS ?
> Dennoch beste Grüße von
> Dipl-Ing. Lony Ackermann
> Kuglerstr. 14
> 10439 Berlin
> Tel. + 49 30 4000 3263= FAX
> Lony.Ackermann@t-online.de
> ATTAC Berlin, EU - AG-D/ EU

- --------------------------------------------------------------
Stephan Lindner * Diplom Politologe
Mitglied im Attac-Bundeskoordinierungskreis
Weserstr. 170 * 12045 Berlin
email: stlindner@ipn.de
tel: 030 / 29 49 24 37
mobil: 0176 / 24 34 27 89

@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@

13.05.2006 17:08

Hallo Stephan,

was soll denn das? Soweit ich sehe, ging Lonys mail an die europa-AG und
an die VG, d.h. nur an Leute, die Dich und Lony kennen. Uns allen ist
Lonys Ton bekannt, und eigentlich auch, dass immer ein Gran Ironie
mitschwingt. Wenn Du nicht bereit bist, das hinzunehmen, hätte ich dafür
Verständnis. Aber als unser Ko-Kreis-vertreter zu fordern, wir sollten
Lonys Eignung zur Repräsentation zu prüfen, ist eine Anmaßung und durch
das indirekte Vorgehen auch an der Grenze zur Intrige.

Was die Sache angeht, wäre eine Forderung des DGB, keine anderen Fahnen
zuzulassen tatsächlich ein Knaller.
Wieviele Mitglieder hat denn der DGB und wieviele attac? Dürfen wir die
Gewerkschaften nur stärken, wenn wir unsere Identität verstecken?
Ich halte das für hochgradig fragwürdig, allerdings glaube ich auch
nicht, dass irgendjemand einen Demonstranten mit der "falschen" Fahne
wegschickt.

viele Grüße: Carl


Stephan Lindner schrieb:

> Liebe Berliner Europa-AG!
>
> Wahrscheinlich habt Ihr alle Lonys über eine Vielzahl von Attac-Listen
> verbreitete Mail gelesen, in der sie die Frage stellt, ob ich ab sofort
> als DGB-Organisator zu verstehen und von allen ATTAC-Funktionen und
> -Aktivitäten als zurückgetreten zu betrachten sei.
>
> Außerdem behauptet sie, in dieser Mail gäbe es seltsame Anzeichen von
> Intoleranz und anti-demokratischen Verhaltensmustern, mit denen gerade
> Attac-Aktivisten nicht einverstanden sein dürften.
>
> Anschließend wird das sicher kritikwürdige Verhalten Einzelner zum
> Anlass genommen, in polemischer Weise gegen Gewerkschaften zu agitieren,
> was sich indirekt mit ver.di und der GEW auch gegen zwei unserer
> Mitgliedsorganisationen richtet.
>
> Soweit ich weiß, arbeitet Lony bei Euch nicht nur als einfaches
> Mitglied, sondern auch als Eure Vertreterin in der Berliner-VG.
>
> Als auch Euer Vertreter im bundesweiten Koordinierungskreis würde ich es
> gut finden, wenn Ihr diese Mail zum Anlass nehmt, darüber zu sprechen,
> in wie weit Ihr Euch mit den von ihr vertretenen Positionen
> identifizieren könnt bzw. es sich um eine Einzelmeinung handelt und ob
> Ihr sie damit weiterhin für geeignet haltet, Euch in anderen
> Arbeitszusammenhängen zu repräsentieren.
>
> Solltet Ihr die von Lony geäußerte Kritik an meiner Person und dem
> Inhalt der Mail teilen, bin ich gerne bereit, in eine Eurer nächsten
> Sitzungen zu kommen, um mit Euch darüber zu sprechen (zum Termin der
> nächsten Sitzung habe ich allerdings leider schon einen seit langem
> feststehenden Termin außerhalb Berlins).
>
> Gruß,
> Stephan
>
> Lony Ackermann schrieb:
>
> >Guten Tag Alle , guten Tag Stephan Lindner,
>
> >in der voliegenden Aufforderung an DGB- Demonstrationen
> teilzunehmen gibt
> >es seltsame Anzeichen von Intoleranz und anti-demokratischen
> >Verhaltensmustern , mit denen gerade ATTAC- Aktivisten nicht
> einverstanden
> >sein .dürften . Insbesondere dann nicht wenn sowieso Vorbehalte gegeben
> >sein dürften wegen z. B. riesenhafter Einkommen der Funktionärsriege und
> >beispielsweise der
> >"Prostituierten - Einkaufs-Wirtschaft " des Herrn Hartz und
> >Konsorten.....Vor ca . 20 Jahren noch wurde die Verfügbarkeit der
> weiblichen
> >Wesen - sofern Gefallen vorlag - aus den eigenen Reihen
> erwartet...... usw.
> >Stephan Lindner schreibt :
> >" Nach meinen Infos vom DGB Berlin werden auch
> Nichtgewerkschaftsmitglieder
> >mitgenommen ( HOPPLA - ist ja riesig )
> > Allerdings legen die Gewerkschaften großen Wert darauf , dort als
> >Gewerkschaften stark präsent zu sein und bitten deshalb darum, auf
> Flaggen
> >anderer Organisationen etc. zu verzichten."
>
> >D.h . also KEINE ATTAC- Fahnen , Friedensfahnen , Spruchbänder
> ATTAC - T -
> >Shirts , etc. Die ATTAC - Aktivisten werden also aufgefordert als
> >unerkennbares DEMO - " Material " zu wirken - ODER WAS ???
> >Stephan Lindner ist ab sofort als DGB - Organisator zu verstehen und von
> >allen ATTAC - Funktionen und - Aktivitäten
> >als zurückgetreten zu betrachten? ODER WAS ?
> >Dennoch beste Grüße von
> >Dipl-Ing. Lony Ackermann
> >Kuglerstr. 14
> >10439 Berlin
> >Tel. + 49 30 4000 3263= FAX
> >Lony.Ackermann@t-online.de
> >ATTAC Berlin, EU - AG-D/ EU
>
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> Stephan Lindner * Diplom Politologe
> Mitglied im Attac-Bundeskoordinierungskreis
> Weserstr. 170 * 12045 Berlin
> email: stlindner@ipn.de
> tel: 030 / 29 49 24 37
> mobil: 0176 / 24 34 27 89

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13.05.2006 20:38

Lieber Carl!

Carl Waßmuth schrieb:
> Hallo Stephan,
>
> was soll denn das? Soweit ich sehe, ging Lonys mail an die europa-AG und
> an die VG, d.h. nur an Leute, die Dich und Lony kennen. Uns allen ist
> Lonys Ton bekannt, und eigentlich auch, dass immer ein Gran Ironie
> mitschwingt.

Lony hat ihre Mail auch zusätzlich an die Berlin-Info-Liste und die
bundesweiten Verteiler Genug-fuer-alle und Genug-fuer-alle-ag geschickt.

> Wenn Du nicht bereit bist, das hinzunehmen, hätte ich dafür
> Verständnis. Aber als unser Ko-Kreis-vertreter zu fordern, wir sollten
> Lonys Eignung zur Repräsentation zu prüfen, ist eine Anmaßung und durch
> das indirekte Vorgehen auch an der Grenze zur Intrige.

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Lony stellt in ihrer Mail in
Frage, ob ich weiterhin geeignet wäre, eine Funktion oder Aktivitäten
bei Attac auszuüben. Zugleich behauptet sie, dass gerade
Attac-Aktivisten mit einer solchen Mail nicht einverstanden wären. Im
Herbst wurde ihre Bewerbung für ein KoKreismandat vom Berliner
Attac-Plenum unterstützt und für die Berliner Europa-AG ist sie meines
Wissens als VertreterIn in die Berliner VG delegiert.

Ich halte derartige Voten, unabhängig davon, ob sie Lony, mich oder
irgendeine andere Person betreffen, nicht für eine reine Formsache. Dann
wären sie nämlich überflüssig und jede/r könnte kandidieren bzw. dort
mitarbeiten, wie er/sie gerade lustig ist. Wer Mitglied der Berliner-VG
ist, der spricht nicht nur für sich selbst, sondern wird auch in seiner
Funktion wahrgenommen. Wer jemand in eine solche Funktion wählt bzw.
sich dafür ausspricht, dass jemand in derartige Funktionen gewählt wird,
der kann das eigentlich nur tun, wenn er im Großen und Ganzen
einverstanden ist, was die entsprechende Person an Meinungen vertritt.

Insofern muss ich erst mal davon ausgehen, dass die von ihr vertretenen
Positionen keine Einzelmeinung sind, sondern sich durchaus eines
gewissen Zuspruchs erfreuen können. Die andere Möglichkeit ist, dass
dort die von Lony vertretenen Positionen nicht hinreichend beachtet
werden bzw. die Bedeutung, die es hat, wenn jemand mit einem solchen
Votum ausgestattet wird, nicht wirklich ernst genommen wird.

Hinzu kommt, dass ich mich durch derartige Mails nicht nur persönlich
angegriffen fühle, sondern darin auch eine Sabotage meiner politischen
Arbeit sehe. Abgesehen davon, dass einige Gewerkschaften sogar
Mitgliedsorganisationen unseres Netzwerks sind, waren sie bei
zahlreichen Aktivitäten, an denen ich mich in den letzten Monaten
beteiligt habe, wichtige Bündnispartner. Die damit verbundene
Bündnisarbeit wird durch solche Mails nicht gerade erleichtert.

>
> Was die Sache angeht, wäre eine Forderung des DGB, keine anderen Fahnen
> zuzulassen tatsächlich ein Knaller.
> Wieviele Mitglieder hat denn der DGB und wieviele attac? Dürfen wir die
> Gewerkschaften nur stärken, wenn wir unsere Identität verstecken?
> Ich halte das für hochgradig fragwürdig, allerdings glaube ich auch
> nicht, dass irgendjemand einen Demonstranten mit der "falschen" Fahne
> wegschickt.

Niemand hat "gefordert", keine anderen Fahnen zuzulassen und ich kann
mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand von der Kundgebung verbannt
wird, wenn er eine andere Fahne dabei hat. Bevor ich die Mail
geschrieben habe, hatte ich allerdings beim DGB nachgefragt, ob es
überhaupt erwünscht ist, dass ich in Attac auf die Kundgebung hinweise
und darum bitte, sich daran möglichst zahlreich zu beteiligen. Die
Antwort lautete ja, wurde aber mit der BITTE verbunden, dass möglichst
auf Fahnen oder Symbole anderer Organisationen verzichtet wird.

Man kann das für richtig oder falsch halten. Ich halte es erstmal für
das selbstverständliche Recht jeder Organisation, selbst darüber zu
entscheiden, wofür, wo, wann, mit wem und wie sie Kundgebungen
durchführen. Das machen wir bei Attac auch nicht anders.

Die Gewerkschaften verfolgen mit dieser Kundgebung ganz bestimmte
strategische Ziele:
Sie möchten einerseits die derzeitige Position der SPD geführten Länder
in der Verhandlungskommision der Länder gegenüber der der
unionsgeführten Mehrheit stärken. Deshalb wird z.B. auch Kurt Beck, der
auf dem SPD-Parteitag zum SPD-Vorsitzenden gewählt werden soll und in
der Länderkommission dezidiert für diese Position steht, auf der
Kundgebung sprechen.
Andererseits wollen sie vermutlich gegenüber der SPD signalisieren, dass
sie selbst weiterhin entschlossen und durchhaltebereit sind und Kurt
Beck gegenüber deutlich machen, dass sie von ihm erwarten, dass er sich
bei den nächste Woche anstehenden Verhandlungen nicht auf faule
Kompromisse mit der CDU einlässt, die die Verhandlungsposition der
Gewerkschaften schwächen würde.

Ich glaube nicht, dass derartige Ziele erreicht würden, wenn wir am
Rande eines SPD-Bundesparteitags in großer Zahl mit Attac, WASG oder
sonstwas für Fahnen auflaufen würden. Das würde zu Recht als Protest
gegen die unsoziale Politik der SPD erst unter Schröder und jetzt in der
großen Koalition interpretiert. Wir sind in der politischen
Auseinandersetzung gegenüber der SPD sehr eindeutig positioniert. Das
halte ich auch für richtig und habe gar kein Interesse daran, das zu
ändern. Deshalb kann ich mir auch nur schwer vorstellen, wie wir dort
mit Attac-Fahnen stehen und Kurt Beck unterstützen, wenn er den
Gewerkschaften verspricht, sich bei den weiteren Verhandlungen für ihre
Belange einzusetzen.

Auch ich finde die Position der Gewerkschaften reichlich defensiv. Wenn
wir das kritisieren, müssen wir uns aber auch fragen, was wir denn die
letzten Monate getan haben, um die Gewerkschaften zu unterstützen und
ihnen das Gefühl zu geben, mehr erreichen zu können. Es gäbe sicher jede
Menge Gelegenheiten, hier weiterhin aktiv zu werden und das auch
deutlich sichtbar als Attac zu tun. Ich halte es aber nicht für klug, zu
meinen, das ausgerechnet morgen tun zu wollen.

Trotzdem denke ich, dass es aus strategischen Gründen auch für uns
wichtig ist, dass die Gewerkschaften in dieser Auseinandersetzung
möglichst erfolgreich sind. Verlieren die Gewerkschaften, verlieren wir
alle mit. Auch unsere Position in den Auseinandersetzungen, die wir
führen, würden sich damit mitverschlechtern.

Ich glaube deshalb, dass es durchaus innerhalb des in Attac vertretbaren
Meinungsspektrums liegt, für die Teilnahme an einer solchen
Veranstaltung zu werben. Selbstverständlich kann man dazu auch eine
andere Meinung haben und bei so etwas nicht mitmachen. In der Form, wie
Lony aber meine Mail kritisiert, halte ich das weder in der Form noch im
Inhalt für akzeptabel und innerhalb dessen liegend, was innnerhalb von
Attac an Meinungen und Umgangston toleriert werden sollte.

>
> viele Grüße: Carl
>
>

Gruß,
Stephan

- --------------------------------------------------------------
Stephan Lindner * Diplom Politologe
Mitglied im Attac-Bundeskoordinierungskreis
Weserstr. 170 * 12045 Berlin
email: stlindner@ipn.de
tel: 030 / 29 49 24 37
mobil: 0176 / 24 34 27 89

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14.05.2006 18:17

Guten Tag, ALLE,
Meine Bemerkungen kennzeichne ich so*** AM Anfang und am Ende ***
----- Original Message -----
From: "Stephan Lindner" <stlindner@ipn.de>
To: "Carl Waßmuth" <cfwassmuth@gmx.de>
Cc: <attac-b-vg@listen.attac.de>; <attac-ag-europa@listen.attac.de>
Sent: Saturday, May 13, 2006 8:38 PM
Subject: Re: [Attac-b-vg] Zur letzten Mail von Lony Ackermann


-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Lieber Carl!

Carl Waßmuth schrieb:
> Hallo Stephan,
>
> was soll denn das? Soweit ich sehe, ging Lonys mail an die europa-AG und
> an die VG, d.h. nur an Leute, die Dich und Lony kennen. Uns allen ist
> Lonys Ton bekannt, und eigentlich auch, dass immer ein Gran Ironie
> mitschwingt.
*** Ich hatte zwar an " ALLEN antworten" - eine Frage des Anstands -
geschrieben-wohl wissend , daß ich auf den meisten Listen nicht registriert
bin - also im Gegensatz zum Verbreitungspotential Stephan`scher
Nachrichten ist das meinige limitiert ***

Lony hat ihre Mail auch zusätzlich an die Berlin-Info-Liste und die
bundesweiten Verteiler Genug-fuer-alle und Genug-fuer-alle-ag geschickt.

> Wenn Du nicht bereit bist, das hinzunehmen, hätte ich dafür
> Verständnis. Aber als unser Ko-Kreis-vertreter zu fordern, wir sollten
> Lonys Eignung zur Repräsentation zu prüfen, ist eine Anmaßung und durch
> das indirekte Vorgehen auch an der Grenze zur Intrige.

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Lony stellt in ihrer Mail in
Frage, ob ich weiterhin geeignet wäre, eine Funktion oder Aktivitäten
bei Attac auszuüben. Zugleich behauptet sie, dass gerade
Attac-Aktivisten mit einer solchen Mail nicht einverstanden wären. Im
Herbst wurde ihre Bewerbung für ein KoKreismandat vom Berliner
Attac-Plenum unterstützt und für die Berliner Europa-AG ist sie meines
Wissens als VertreterIn in die Berliner VG delegiert.

***Eine e- mail zu schreiben ist kein repräsentativer Akt - wie Konstantin
Lehmann sehr richtig bemerkte .
Ich stellte nur die Frage , ob Du nun endgültig ein DGB-Organisator geworden
wärest - man wird doch mal fragen dürfen....Unge-
wollt hast Du aber die Antwort in Deiner Mail, die ich hier gerade
bearbeiten muß , im folgenden gegeben.Für den Ratschlag im Hertbst
gab es keine Unterstützung durch das Berliner Attac- Plenum -ich hatte es
nur mitgeteilt-eine Abstimmung fand nicht statt.***

Ich halte derartige Voten, unabhängig davon, ob sie Lony, mich oder
irgendeine andere Person betreffen, nicht für eine reine Formsache. Dann
wären sie nämlich überflüssig und jede/r könnte kandidieren bzw. dort
mitarbeiten, wie er/sie gerade lustig ist. Wer Mitglied der Berliner-VG
ist, der spricht nicht nur für sich selbst, sondern wird auch in seiner
Funktion wahrgenommen. Wer jemand in eine solche Funktion wählt bzw.
sich dafür ausspricht, dass jemand in derartige Funktionen gewählt wird,
der kann das eigentlich nur tun, wenn er im Großen und Ganzen
einverstanden ist, was die entsprechende Person an Meinungen vertritt.

*** Auch die Meinung von Stephan Lindner , Peter Wahl oder anderer
XYZ-ATTAC-Ativisten werden von VIELEN in diesem oder jenem Falle nicht
geteilt .... wie in den meisten , demokratischen Organisationen und
Vereinen, Parteien und Zirkeln .... Aber in unserem
Falle haben wir erst mal ALLE den ATTAC- TUNNELBLICK und streiten dann
weiter , um der" Wahrheitsfindung " willen.***

Insofern muss ich erst mal davon ausgehen, dass die von ihr vertretenen
Positionen keine Einzelmeinung sind, sondern sich durchaus eines
gewissen Zuspruchs erfreuen können. Die andere Möglichkeit ist, dass
dort die von Lony vertretenen Positionen nicht hinreichend beachtet
werden bzw. die Bedeutung, die es hat, wenn jemand mit einem solchen
Votum ausgestattet wird, nicht wirklich ernst genommen wird.

Hinzu kommt, dass ich mich durch derartige Mails nicht nur persönlich
angegriffen fühle, sondern darin auch eine Sabotage meiner politischen
Arbeit sehe. Abgesehen davon, dass einige Gewerkschaften sogar
Mitgliedsorganisationen unseres Netzwerks sind, waren sie bei
zahlreichen Aktivitäten, an denen ich mich in den letzten Monaten
beteiligt habe, wichtige Bündnispartner. Die damit verbundene
Bündnisarbeit wird durch solche Mails nicht gerade erleichtert.

*** Eine ATTAC -interne e- mail , die 2 Fragen zur Sache stellt, ist eine "
Sabotage meiner politischen Arbeit ... " lieber Stephan:
1. Es fehlt Dir wohl jede Debatierfähigkeit, von Streitkultur ganz
abgesehen.... ". 2. Deine Maßstäbe sind verrutscht .
Wie soll durch ATTAC- interne e- mail- Debatten die Bündnisfähigkeit mit
Einzelgewrkschaften oder dem DGB gestört werden ? ***

>
> Was die Sache angeht, wäre eine Forderung des DGB, keine anderen Fahnen
> zuzulassen tatsächlich ein Knaller.
> Wieviele Mitglieder hat denn der DGB und wieviele attac? Dürfen wir die
> Gewerkschaften nur stärken, wenn wir unsere Identität verstecken?
> Ich halte das für hochgradig fragwürdig, allerdings glaube ich auch
> nicht, dass irgendjemand einen Demonstranten mit der "falschen" Fahne
> wegschickt.

Niemand hat "gefordert", keine anderen Fahnen zuzulassen und ich kann
mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand von der Kundgebung verbannt
wird, wenn er eine andere Fahne dabei hat. Bevor ich die Mail
geschrieben habe, hatte ich allerdings beim DGB nachgefragt, ob es
überhaupt erwünscht ist, dass ich in Attac auf die Kundgebung hinweise
und darum bitte, sich daran möglichst zahlreich zu beteiligen. Die
Antwort lautete ja, wurde aber mit der BITTE verbunden, dass möglichst
auf Fahnen oder Symbole anderer Organisationen verzichtet wird.

Man kann das für richtig oder falsch halten. Ich halte es erstmal für
das selbstverständliche Recht jeder Organisation, selbst darüber zu
entscheiden, wofür, wo, wann, mit wem und wie sie Kundgebungen
durchführen. Das machen wir bei Attac auch nicht anders.

*** Wenn wir für die Gewerkschaften bzw. den DGB eine Art geduldeter Feinde
oder auch nützliche Idioten sind, die auf Kundgebungen
unter Vorgaben auftauchen dürfen , dann muß das so gesagt werden . ***


Die Gewerkschaften verfolgen mit dieser Kundgebung ganz bestimmte
strategische Ziele:
Sie möchten einerseits die derzeitige Position der SPD geführten Länder
in der Verhandlungskommision der Länder gegenüber der der
unionsgeführten Mehrheit stärken. Deshalb wird z.B. auch Kurt Beck, der
auf dem SPD-Parteitag zum SPD-Vorsitzenden gewählt werden soll und in
der Länderkommission dezidiert für diese Position steht, auf der
Kundgebung sprechen.
Andererseits wollen sie vermutlich gegenüber der SPD signalisieren, dass
sie selbst weiterhin entschlossen und durchhaltebereit sind und Kurt
Beck gegenüber deutlich machen, dass sie von ihm erwarten, dass er sich
bei den nächste Woche anstehenden Verhandlungen nicht auf faule
Kompromisse mit der CDU einlässt, die die Verhandlungsposition der
Gewerkschaften schwächen würde.

*** Für diese Strategie- Soße sollte ATTAC weder Kraft noch Zeit
verwenden . ***

Ich glaube nicht, dass derartige Ziele erreicht würden, wenn wir am
Rande eines SPD-Bundesparteitags in großer Zahl mit Attac, WASG oder
sonstwas für Fahnen auflaufen würden. Das würde zu Recht als Protest
gegen die unsoziale Politik der SPD erst unter Schröder und jetzt in der
großen Koalition interpretiert. Wir sind in der politischen
Auseinandersetzung gegenüber der SPD sehr eindeutig positioniert. Das
halte ich auch für richtig und habe gar kein Interesse daran, das zu
ändern. Deshalb kann ich mir auch nur schwer vorstellen, wie wir dort
mit Attac-Fahnen stehen und Kurt Beck unterstützen, wenn er den
Gewerkschaften verspricht, sich bei den weiteren Verhandlungen für ihre
Belange einzusetzen.

*** Daß SPD- Beck sprechen würde, hast Du gewußt und nicht mitgeteilt ? Es
stellt sich nun heraus :
Dein Aufruf zu dieser DEMO ist für uns der reine politische Unsinn !***

Auch ich finde die Position der Gewerkschaften reichlich defensiv. Wenn
wir das kritisieren, müssen wir uns aber auch fragen, was wir denn die
letzten Monate getan haben, um die Gewerkschaften zu unterstützen und
ihnen das Gefühl zu geben, mehr erreichen zu können. Es gäbe sicher jede
Menge Gelegenheiten, hier weiterhin aktiv zu werden und das auch
deutlich sichtbar als Attac zu tun. Ich halte es aber nicht für klug, zu
meinen, das ausgerechnet morgen tun zu wollen.

***ATTAC als " WAsserträger "der Gewerkschaften- aber bitte unerkannt - das
ist also Dein WIRKEN ***

Trotzdem denke ich, dass es aus strategischen Gründen auch für uns
wichtig ist, dass die Gewerkschaften in dieser Auseinandersetzung
möglichst erfolgreich sind. Verlieren die Gewerkschaften, verlieren wir
alle mit. Auch unsere Position in den Auseinandersetzungen, die wir
führen, würden sich damit mitverschlechtern.

Ich glaube deshalb, dass es durchaus innerhalb des in Attac vertretbaren
Meinungsspektrums liegt, für die Teilnahme an einer solchen
Veranstaltung zu werben. Selbstverständlich kann man dazu auch eine
andere Meinung haben und bei so etwas nicht mitmachen. In der Form, wie
Lony aber meine Mail kritisiert, halte ich das weder in der Form noch im
Inhalt für akzeptabel und innerhalb dessen liegend, was innnerhalb von
Attac an Meinungen und Umgangston toleriert werden sollte.

*** Lieber Stephan: Nenn doch bitte "Roß und Reiter": Was ist nicht
akzeptabel wenn zu ATTAC- diskriminierenden Demo- Teilnahmebedingungen 2
Fragen gestellt werden ?
Sonntagsgrüße sendet Lony ***

>
> viele Grüße: Carl
>
>

Gruß,
Stephan
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